Akitas aus dem Westerwald
Eichenprozessionsspinner
- Gefahr für Mensch und Hund -
 

Eine kleine Raupe, die von Spanien, Portugal und Frankreich zu uns einwandert und den Namen „Eichenprozessionsspinner“ trägt, vermehrt sich als Schädling seit Jahren verstärkt in deutschen Wäldern und Fluren. Die großflächigen, zuckerwatteähnlichen Gespinste, die Eichen und in Einzelfällen auch Buchen einhüllen, sind ein untrügliches Anzeichen für die Anwesenheit dieses giftigen Eindringlings.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein eher unscheinbarer, ungefähr 25 mm großer Nachtfalter, der von Ende Juli bis Anfang September fliegt. Anfang Mai schlüpfen die samtartig behaarten schwarz-gelben Raupen, um dann in großen Verbänden die austreibenden Eichenblätter zu fressen und in Prozessionen zur Nahrungssuche von Baum zu Baum zu wandern, was den Tieren den seltsamen Namen einbrachte.

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Bis aus der stark behaarten Raupe der unscheinbare braungraue Falter geworden ist, hat sie sechs Entwicklungsstadien durchlaufen. Ab der dritten Phase trägt sie ihr üppiges, giftiges Haarkleid. Die unzähligen, leicht abbrechenden feinen Härchen mit Widerhaken enthalten das Eiweissgift Thaumetopoein und stellen eine häufig verkannte Gesundheitsgefährdung dar.

Die (fast unsichtbaren) Gifthaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest. Sie halten sich auch an den Kleidern, Schuhen und im Fell und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus.


Diese Reaktionen bei Mensch und Hund sind:

  • Ein heftig juckender, entzündlicher Hautausschlag mit Hautrötung, Quaddeln (manchmal auch ausgedehnte Schwellungen) und Bläschen (Raupendermatitis).
     
  • An den Augen kommt es zu Bindehautentzündung und Augenreizungen.
  • Das Einatmen der Härchen führt zu Reizungen und Schwellungen an Mund- und Nasenschleimhaut, Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma.
  • Schlecken die Hunde an den Raupen, kann es zu Schwellungen im Hals kommen was im schlimmsten Fall dazu führt, das der Hund keine Luft mehr bekommt.
  • Bei intensivem Kontakt kann es zu Schleimhautverätzungen – verbrennungsähnlichen Verletzungen an Nase und Zunge kommen.
  • Die Raupen können aber auch Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Erbrechen, Benommenheit, Schwindel oder Fieber auslösen.

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Leider endet die Gefahr nicht mit der Verpuppung der Raupen, denn auch in den Gespinsten stecken diese gefährlichen Brennhaare. Die hauptsächliche Gefährdung durch die Raupenhaare dauert von Mitte Mai bis in den späten Herbst an. Aber selbst später im Jahr besteht noch Gefahr, wenn zum Beispiel mit Gespinstnestern behaftete Eichen gefällt und verarbeitet werden.

Wichtig: Bevor man nun möglicherweise – als Erste Hilfe - die noch am Hund befindlichen Raupenhärchen oder Gespinstreste entfernen möchte, muss man sich selber gegen die Brennhaare schützen! Umwickeln Sie deshalb beide Hände mit Jacke oder T-Shirt und halten Sie sich dann nach Möglichkeit eine Hand vor Mund und Nase, während Sie mit der anderen Hand die Raupenhaare vom Hund abstreifen. Eine Spülung mit Wasser wäre die ideale Lösung – vielleicht ist ja ein Bach, Weiher oder ein See in der Nähe.

Bei Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner sollte sofort ein Arzt/Tierarzt aufgesucht werden ! Menschen und erkrankte Tiere können mit entsprechender ärztlicher/tierärztlicher Therapie geheilt werden.

Der beste Schutz vor Eichenprozessionsspinner ist die befallenen Gebiete zu meiden oder einen Sicherheitsabstand einzuhalten und die Hunde an der Leine zu führen.

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Dieser Artikel von mir ist im Mitgliederforum des Akita Club e.V. 02/2013 erschienen

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