Akitas aus dem Westerwald

Tipps & Tricks für stressarme Tierarztbesuche

Die meisten Hunde haben Angst vor ihm und einige hassen ihn sogar.
Dabei will der Tierarzt eigentlich nur Gutes tun !!

 
Warum haben so viele Hunde Tress in der TA-Praxis ?

Im Wartezimmer sind viele fremde Gerüche und Geräusche die den Hund irritieren. Auch die fremden Tiere, andere Tierarten, fremde Menschen, die fremde Umgebung und ein nervöses Herrchen oder Frauchen verunsichern den Hund und lassen den Stresspegel in die Höhe schnellen. Natürlich hat der Besitzer auch Stress,  denn vielleicht gibt es schon negative Erfahrungen von einem früheren Besuch, man weiß vielleicht nicht was dem Hund fehlt und welche Untersuchungen gemacht werden müssen. Aber man sollte immer Bedenken: Die Anspannung des Menschen überträgt sich unweigerlich auf den Hund !!! An dem Geruch, den Geräuschen und der Umgebung kann man nichts ändern – aber wir können gelassen bleiben und dem Hund Sicherheit geben.

Anzeichen von Stress sind z.B.:
Hecheln, Unruhe, Zittern, Urinieren, Schuppen der Haut, angelegte Ohren, Fluchtversuche, eingeklemmte Rute, geduckte Körperhaltung oder/und Lecken über die Nase etc.

Was kann man tun, um den Stress für den Hund zu reduzieren ?

Die beste Vorbereitung für einen Tierarztbesuch ist die frühzeitige Erziehung – und damit ist gemeint, dass sich der Hund z.B. anfassen (auch an heiklen Körperteilen) und hochheben lässt.
Um dem Hund Sicherheit zu geben und ihm den gröbsten Stress zu nehmen, kann man zu Hause -  ohne Stress und in aller Ruhe ! - einiges üben:

  • dem Hund ins Maul zu schauen, Ohren anschauen und die Beine und den Bauch durchtasten, wobei diese  spielerischen Handlungen immer positiv verstärkt werden (Leckerchen). Wehrt sich der Hund, auch mal „Nein“ sagen und ruhig weitermachen
  • das Hochheben des Hundes - aber bitte in mehreren Schritten üben. Erst zu ihm in die Hocke gehen und umfassen, dann umfassen und leicht hochheben, dann hochheben und dann erst hochheben und auf einen Tisch stellen. Jede einzelne Sequenz mehrmals wiederholen und sich Zeit lassen
  • das der Hund ruhig auf dem Tisch stehenbleibt. Beginnt man im Welpenalter damit, kann man ihn auf ein Bügelbrett stellen um das zu üben - was im Übrigen auch dem Ringtraining zugute kommt. Das Bügelbrett ist nicht starr sondern wackelt etwas -  dadurch muss der  Hund auf allen 4 Beinen ruhig stehen um sich auszubalancieren und kann nicht rumzappeln
  • spielerisch dem Hund beibringen sich auf die Seite zu legen (mit Kommandos wie „Peng“ oder „fall um“)
  • Medikamente eingeben
  • da der Tierarzt nicht immer auf seine Körpersprache gegenüber dem Hund achten kann, sollte man üben diese bedrohlichen Körperhaltungen, wie z.B. Überbeugen oder Anstarren, zu tolerieren
  • falls notwendig einen Maulkorb auftrainieren

Durch diese Übungen hat man den Vorteil, dass sich der Hund an die Handlungen gewöhnt und dass  Rituale entstehen die er kennt und ihm Sicherheit geben. Vielleicht fragen Sie ihren Tierarzt ob Sie diese Übungen auch mal in seiner Praxis durchführen können !

Weitere Möglichkeit sind den Hund einfach mitzunehmen wenn man etwas in der TA-Praxis zu erledigen hat oder in die Praxis fahren um den Hund zu wiegen.

Ganz großartig ist, wenn Welpenspielstunden in der TA-Praxis angeboten werden, denn dann werden alle Ängste und Unsicherheiten im Spiel mit Gleichgesinnten schnell überwunden und sie verknüpfen die Praxis mit etwas Positivem.

Ist der Tag des Tierarzt-Termines gekommen, sollte man vorher (wenn die Situation/der Grund es zulässt) den Hund auslasten und nicht füttern - dann schmecken die Leckerlies beim TA umso besser und der Hund ist williger etwas dafür zu tun.

Denkt man dass eine Kot- oder Urinprobe benötigt wird, kann man diese während des Spazierganges schon mal einsammeln und mitnehmen. Bewährt hat sich hier ein Marmeladenglas das man zuschrauben kann – Voraussetzung ist natürlich, dass es nicht mehr gebraucht wird J

Eine eigene Hundedecke mit einpacken !!

Die Fahrt zum Termin bitte frühzeitig und ohne Zeitdruck.

Im Wartezimmer sollte man den Kontakt mit anderen Tieren vermeiden, vielmehr sollte die Aufmerksamkeit auf sich selbst gelenkt werden.  Obwohl es für die meisten Hundehalter keine Frage ist, aber es gibt immer noch Leute, die lassen ihre Hunde frei laufen – in der Praxis gehört ein Hund an die Leine !

Ist der Hund sehr gestresst, kann man sich evtl. separat setzen oder man lässt den Hund im Auto warten und führt ihn gleich durch das Wartezimmer in den Behandlungsraum.

Im Behandlungszimmer wenn möglich, erst mal den Hund von der Leine machen, damit er sich mit dem Zimmer vertraut machen kann.

  • Die eigene, dem Hund vertraute Decke je nachdem wo behandelt wird, entweder auf den Tisch oder auf den Boden legen.
  • Mit den ritualisierten Handlungen beginnen, während der Untersuchung den Hund ablenken und im richtigen Moment belohnen. Hunde sind keine Maschinen und es ist nicht alles vorhersehbar – werden Sie nicht ungeduldig. Und auf gar keinen Fall bestrafen !!!
  • Mitleid mit dem Hund macht alles nur schlimmer, denn wenn Sie Ihrem Hund immer wieder versichern, dass er ein armer Tropf ist, wird er sich durch Ihre Stimm- und Gemütslage bestätigt fühlen und nur noch mehr jammern, winseln oder sich wehren. Er wird Ihre vermittelte Stimmung übernehmen.
  • Wehrt sich der Hund so stark, das er fast nicht mehr zu handeln ist, sollte der Besitzer einfach zurücktreten oder aus dem Zimmer gehen bis die Situation sich aufgelöst hat. Dann kann er wieder dazukommen. Das hilft in den meisten Fällen.

Ist die Untersuchung/Behandlung abgeschlossen, wird der Hund ganz toll gelobt und bekommt ein Leckerchen und er sollte sich wieder frei im Behandlungsraum bewegen können.

Ist alles geklärt und besprochen, dann gilt es „nichts wie weg“ !!! J

Dieser Artikel von mir ist im Mitgliederforum des Akita Club e.V. 04/2014 erschienen

back.gif